Torten

Semi-Naked-Hochzeitstorte

Hallo Ihr Lieben,

heute gibt es mal einen etwas längeren Beitrag von mir. Ich habe immer den Traum gehabt, einmal in meinem Leben eine Hochzeitstorte zu backen. Als eine Freundin dann fragte, ob ich für ihre Hochzeit die Torte backen würde, dachte ich mir, warum nicht jetzt. Nachdem ich zugesagt hatte, machte ich mich an die Planung. Ihr könnt mir glauben, je mehr man in konkrete Planungen einsteigt, desto größer und komplizierter erscheint einem die Aufgabe. Zumal ich bis vor kurzem noch keinerlei mehrstöckige Torte gebacken hatte.

Das Brautpaar hat mir für das Aussehen der Torte keinerlei Vorgaben gemacht und war insgesamt sehr entspannt. „Carina du machst das schon“, hieß es. Ich muss sagen, dass hilft einem. Vor allem da ich nicht wusste, ob es mir gelingen würde.

1. Tortenplanung

Optisch habe ich mich dann für eine Semi-Naked-Torte mit frischen Blumen entschieden. Sie passte wunderbar zu der Dekoration der Location und auch zum Brautpaar. Nicht überladen, leicht vintage und ganz natürlich.

Semi-Naked- und Naked-Torten finde ich persönlich wundervoll, da sie nicht so kitschig aussehen und nicht die typische Marzipan- oder Fondantschicht haben. Das macht geschmacklich auch einen großen Unterschied. Denn die Torte soll zwar hübsch aussehen, aber auch schmecken.

Um die Geschmacksrichtungen der einzelnen Torten zu bestimmen, habe ich über die Zeit hinweg mehrere kleine „Probetorten“ gebacken. Außerdem konnte ich so auch die Stabilität der Torten testen und den optimalen Boden bestimmen.

Als wir dann die Geschmackrichtungen ausgesucht hatten, musste die Größe der Torte bestimmt werden. Denn es ist schade, wenn sehr viel von der Torte übrig bleiben würde. Es empfiehlt sich folgende Punkte dabei zu berücksichtigen:

  • wie viele Gäste werden kommen
  • Verhältnis Kinder/Erwachsene
  • wann wird die Torte gegessen (als Nachtisch oder Mitternachts)
  • welche einzelnen Torten (Schokoladentorten machen satter, als z.B. Torten mit Früchten)

Da zu der Hochzeit ca. 80 Gäste, mit wenigen Kinder, eingeladen waren und die Torte als Nachtisch zum Abendessen gegessen wurde, habe ich mich für drei Torten mit den Durchmessern 30cm, 25 cm und 20 cm entschieden. Die einzelnen Torten hatten jeweils vier Böden, sodass die Torte etwa eine Gesamthöhe von 50 cm hatte.

Die unterste Etage bildete die Zitronentorte als 30cm Torte, darauf folgte die Beeren-Frischkäse-Torte als 25cm Torte und die oberste Etage bildete die Pfirsich-Maracuja-Torte als 20cm Torte.  Die einzelnen Rezepte habe ich Euch verlinkt. Diese habe ich entsprechend auf 4 Böden und die Durchmesser vervielfältigt und eine andere Buttercreme als Ummantelung genutzt. Optimal für eine stabile und nicht zu süße Torte ist dabei die Swiss-Meringue-Buttercreme. Dafür habe ich das Rezept von Miss Blueberrymuffin (hier) genutzt und die vierfache Menge hergestellt.

Für das Herstellen der Torte selber ist es wichtig genügend Zeit einzuplanen. Man sollte am Tag der Hochzeit selber mit der Torte an sich fertig sein und den Tag für den Transport und das Anrichten einplanen. Auch sind die Gegebenheiten vor Ort, wie Kühlmöglichkeiten, vorher abzuklären.

2. Einkauf

Haltbare Zutaten wie Mehl, Zucker und Butter sollte man alle bereits eine Woche zuvor kaufen. Ich rate dazu immer ein wenig mehr einzukaufen und im Notfall ohne zusätzlichen Einkauf weitere Böden backen zu können. Die frischen Zutaten wie die Beeren und Eier habe ich erst an dem Tag früh morgens gekauft, wo ich sie verwendet habe. Es empfiehlt sich bei Fruchtfüllungen immer auf saisonale, frische Produkte zurückzugreifen. Da das Zubereiten des Lemon Curds in großer Menge ein wenig Zeit in Anspruch nimmt, habe ich es bereits einige Tage zuvor zubereitet und eingefroren.

Da ich die Torte mit frischen Blumen dekorieren wollte, habe ich etwa einen Monat zuvor bei einer Floristin angefragt, welche Blumen zur aktuellen Jahreszeit frisch sind. Man sollte sich beraten lassen, welche Blumen ungespritzt sind, denn diese werden direkt auf die Torte gelegt. Zudem sollten die Blumen vorbestellt werden.

Neben den Zutaten für die Torte selber benötigt man noch einige zusätzliche Gerätschaften:

  • hohe Tortenringe (ich habe 4 benutzt)
  • Winkelpalette
  • Tortenheber
  • Cakeboards (Ø 35cm, 25cm, 20cm )
  • Tortendübel

3. Backen der Torte

Die Böden habe ich drei und zwei Tage vor der Hochzeit gebacken. Ich hatte nur am Tag der Hochzeit und den Tag davor Urlaub und so musste ich die Böden an den anderen Tagen nach der Arbeit backen. Wenn man mehr Zeit hat, schafft man es zeitlich auch an einem Tag. Über Nacht konnten die Böden dann gut durchkühlen. In Frischhaltefolie gewickelt bleiben die Böden bis zu ihrem Einsatz saftig.

Am Tag vor der Hochzeit werden nach und nach die einzelnen Füllungen zubereitet, die Torten gefüllt und kaltgestellt. Wenn alle Torten gefüllt sind, wird die Swiss-Merigue-Buttercreme zubereitet. Da diese Art der Buttercreme ein wenig aufwändiger ist, sollte man dafür etwa 1 1/2 Stunden einplanen. Anschließend werden alle Torten dünn mit der Buttercreme eingestrichen. Die erste Schicht bindet alle Krümel der Torte, damit die zweite Schicht „sauber“ wird. Nachdem die Torten gut durchgekühlt wurden, wird eine zweite Schicht aufgetragen. Anschließend werden die Torten bis zum nächsten Tag kühl gestellt.

Für den nächsten Tag sollte dann alles für den Tortentransport und das Aufbauen vor Ort vorbereitet und eingepackt werden. Ich habe die Torten nicht gestapelt transportiert, sondern vor Ort gestapelt. Alles andere wäre mir zu unsicher gewesen.

4. Tag der Hochzeit

Am Tag der Hochzeit habe ich morgens die frischen Blumen von der Floristin geholt. Diese habe ich dann zunächst wieder in Wasser gestellt. Da der Empfang erst um 17.00 Uhr begonnen hat, hatte ich für den Transport und das Aufbauen am Tag der Hochzeit einige Zeit. Für den Transport habe ich die Torten auf rutschfeste Platten gestellt und mit Frischhaltefolie leicht umwickelt. Den Boden des Autos habe ich mit einem großen, dicken Frotteehandtuch ausgelegt. Dadurch rutschen die Torten im Auto nicht während der Fahrt.

Vor Ort habe ich dann die Torten gestapelt. Eine sehr hilfreiche Anleitung dafür ist die von Mann backt (hier) . Anschließend habe ich die Blumen an der Torte zur Probe angebracht. Dafür werden die Stiele auf die gewünschte Länge gekürzt und mit Tesafilm umwickelt. Ich habe zunächst über eine Variante mit kleinen Reagenzgläsern nachgedacht, mich aber dann doch dagegen entschieden, da man sehr viel von der Torte wegnehmen muss. Beim Anbringen der Blumen und des Caketopper sollte man beachten, dass ein Stück der oberen Torte für das Anschneiden frei bleibt. Von der Torte habe ich dann einige Bilder gemacht, damit ich am Abend die Blumen schnell wieder so anbringen konnte, wie am Nachmittag. Nach dem Probestecken habe ich die Blumen wieder abgenommen und in einer Dose bis abends kaltgestellt. Am Abend können dann die Blumen frisch angebracht werden und das kleine Meisterwerk bestaunt werden.

 

Auch wenn man der Aufgabe zunächst mit großem Respekt gegenübersteht, ist es mit ein wenig Planung doch zu meistern. Ich hoffe ich konnte Euch eine kleine Übersicht schaffen und eventuell den einen oder anderen dazu ermutigen selbst eine mehrstöckige Torte zu backen.

Liebe Neele, lieber Tom ich danke Euch, dass ich für Eure Hochzeit diese Aufgabe übernehmen durfte und Ihr mir Eurer Vertrauen geschenkt habt. Ich wünsche Euch aller Glück der Welt für Eure gemeinsame Zukunft ♥

Vielen Dank auch an meinen Partner Tarek, der immer die Ruhe bewahrt und an meine Mutter, die mich mit vollem Eifer beim Transport der Torten unterstützt hat.

Alles Liebe,

Carina ♥

 

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